Archiv für den Autor: Wolfgang und Andrea

28.02.17 Heim gehts!

 

Auckland, Brisbane, Dubai, Frankfurt, Steinmauern

All good things come to an end. So auch unser Urlaub. Leider! Aber irgendwie sind wir auch voll mit Erlebnissen und Eindrücken. Da hätten wir wohl fast keinen Platz mehr für weitere. Wenngleich ich soeben nach der Landung in Brisbane kurz gedacht habe: „Jetzt noch 2..3 Wochen Australien-Urlaub dranhängen, das wär’s doch“.

Heute Morgen haben wir uns von unserer Gastgeberin Karen ganz herzlich verabschiedet. Ich glaube, sie hätte uns gerne noch ein paar Tage länger da gehabt. Wir haben versprochen, uns bei ihr zu melden, wenn wir wieder in Auckland sind, auch wenn wir nicht bei ihr übernachten wollten. Mal sehen – man weiß ja nie, was die Zukunft so alles bringt ….  🙂

Abschiedswetter: starke Bewölkung und und etwas Niesel

Nach dem Frühstück und Verabschiedung von Karen fuhren wir in eine große shopping mall, um noch ein paar Mitbringsel einzukaufen.

Gewagte Kombi: das letzte saubere Hemd, die letzte saubere Hose 😉

Dann ging’s zur Mietwagenrückgabe und nach kurzem Aufenthalt auf dem Flughafen mit  Check-in, Sicherheitskontrolle und Besuch im duty free shop  hoben wir zur unserem ersten Flugsegment Auckland – Brisbane ab. Die 3 Stunden Flug haben wir auf der „linken Pobacke“  abgesessen, obwohl es in der Maschine verdammt eng für mich war.

Jetzt lümmeln wir auf Holz-Liegen herum, denn wir haben hier einen Zwischenaufenthalt von 4 Stunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die lange Strecke von Brisbane nach Dubai war auch kein Problem. Den Aufenthalt  in Dubai haben wir – wie schon geübt – intensiv zum Beinevertreten genutzt, so dass auch die letzte Etappe nach Frankfurt gut zu ertragen war.

Auf den Punkt haben wir den Zug nach KA erreicht. Das lange Warten am Gepäckband hätte keine Minute länger dauern dürfen! Christiane und Rudie holten uns vom Flughafen ab und brachten uns sicher nach Hause.

27.02.17 Inselrundfahrt


Auckland/Waiheke Island
Wie vorhergesagt, haben wir auch heute Bombenwetter, 27 Grad, leichte Bewölkung. Was liegt da näher, als den Tag am, im und auf dem Wasser zu verbringen. Nachdem wir in Karens urgemütlichem Wohnzimmer mit genialer Aussicht gefrühstückt haben, machen wir uns um 8:30 Uhr auf den Weg zur Warf (Fähranleger). Wir wollen auf die Insel Waiheke Island übersetzen (40 Minuten Fahrt), dort zwei Fahrräder mieten und die Insel „erkunden“.
Wir genießen die Überfahrt durch den Hauraki Golf in vollen Zügen, vorbei an diversen größeren und kleineren Inseln und sind erstaunt, wie schnell 40 Minuten vergehen können, als wir die geschützte kleine Hafenbucht von Oneroa erreichen, dem westlichsten Ort auf Waiheke.

„Knuffige“ Insel im Hauraki Golf

Die Insel hat eine Ausdehnung von knapp 20 km in der Länge und 10 Km in der Breite, mit dem Fahrrad also gut zu schaffen. Ein paar Meter neben der Anlegestelle treffen wir schon auf den Fahrradverleih, mieten uns zwei Mountainbikes und los geht’s.
Wir radeln forsch los (auf dem Lenker steht tatsächlich „Keep Left“), durch den sehr touristischen Ort Oneroa durch und gelangen kurz darauf an einen schönen Strand mit glasklarem Wasser, hellem Sand und ein paar malerischen Felsen. Und das Beste ist: wir haben den Strand quasi für uns alleine. Hier verbringen wir 1 1/2 Stunden mit Baden und Sonnenbaden, bevor wir uns wieder in den Sattel schwingen, um den nächsten Strand anzufahren.
Doch schnell wird mir klar, dass die Entscheidung, die Insel zu erradeln, vielleicht doch nicht so clever war, denn sie ist, wie ganz Neuseeland, sehr hügelig. Wir sind zwar geübte Radfahrer, aber dieses Auf und Ab geht ziemlich an die Substanz. Erschwerend kommt hinzu, dass es nur wenig Fahrradwege gibt. Wir radeln also vorwiegend auf vielbefahrenen Straßen. Das macht KEINEN Spaß!
Den nächsten Strand lassen wir aus (es geht irrsinnig steil runter) und kommen irgendwann an einem Weingut vorbei. Das war uns zuvor gar nicht bewusst (ehrlich), dass diese Insel mehrere Weingüter beherbergt. Hier liegen gleich drei dicht beisammen und da es eh schon weit nach 13:00 Uhr ist und wir langsam Hunger bekommen, beschließen wir, bei „Wild on Waiheke“ einzukehren.
Hier geht es sehr lässig zu und neben dem Wine-Tasting wird auch eine Bierprobe angeboten mit Bieren einer benachbarten Brauerei. Zudem kann man auf dem Gelände Bogenschießen, Tontauben schießen, Boule spielen und für die Kinder ist ein großer Spielplatz eingerichtet. Die zahlreichen urigen Holztische werden von Pavillons beschattet, manche Gäste machen es sich in Sitzsäcken bequem…alles strahlt eine unheimlich relaxte Atmosphäre aus.
Wir machen natürlich ein kleines Weintasting und bestellen uns anschließend zwei leckere Pizzen und zwei Bier. Gegen 14:00 Uhr brechen wir wieder auf, radeln bergauf und bergab, schauen noch kurz beim Weingut Kennedy Point vorbei und erreichen gegen 15:30 Uhr wieder den Hafen. Bis zur Rückfahrt um 16:15 Uhr legen wir uns im Schatten eines Baumes ins Gras und gönnen uns  eine kleine Auszeit.
In Devonport angekommen kaufen wir uns noch schnell ein paar Zutaten für einen feinen Salat zum Abendessen und fahren anschließend in unsere Unterkunft.

Typische Bebauung in der Hauptstraße Devonports

Typische Bebauung im kompletten Wohnviertel, Anfang 20. Jahrhundert

 

 

Nach einer wohltuenden Dusche und dem Abendessen auf der Terrasse wir es leider ernst: Packen ist angesagt. Hoffentlich bekommen wir alles in unsere drei Koffer rein, denn das Gepäck ist irgendwie mehr geworden (wo kommen nur all die Weinflaschen her?)… 😉

Morgen Nachmittag um 15:30 geht der Flieger nach Brisbane. Von dort geht’s weiter über Dubai nach Frankfurt, wo wir am Mittwoch Mittag ankommen sollen, wenn dieses Mal alles planmäßig läuft.
Eventuell schreiben wir von unterwegs aus noch ein paar Zeilen über unsere Rückreise, ansonsten gibt es einen Abschlussbericht aus Deutschland.

 

26.02.17 Ist das hier Hongkong?

 

Devonport / Auckland

Nach nunmehr mittlerweile fast vier Wochen täglichen Bloggens sind Wiederholungen unvermeidlich. Also werde ich heute wieder mal „fantastisch“, „wunderschön“ und „tolles Wetter“ gebrauchen. Mir gehen definitiv die Beschreibungen für die Panoramen, Aussichten und für das unglaubliche Wetter aus.

Nun denn. Was machen wir heute? Wir gehen zum Sonnenbad und zum Eintauchen in den Pazifik an den nachgelegenen Cheltenham Beach. Der Strand wird wohl vorwiegend von einheimischen Familien genutzt. Daher geht es hier völlig entspannt (laid-back) zu, so wie es den Kiwis eben eigen ist. Es herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre und Gott-sei-Dank gibt es ein paar Wolken, ansonsten könnten wir es in der Hitze nicht aushalten. Die Sonne brennt vom Himmel herunter, dass es eine wahre Pracht ist. Es geht hier ganz flach ins Wasser und mit zunehmender Ebbe sinkt der Wasserspiegel in der Bucht, so dass man ganz weit rausgehen kann, bevor einem das Wasser bis zum Knie reicht.

Cheltenham Beach mit North Head

Um ca. 12:30 Uhr wird es uns definitiv zu heiß und wir haben genug Sonne getankt, sodass wir kurz in unsere Unterkunft fahren und uns frisch machen, um nach Auckland „rüber zu fahren“. Vorher machen wir noch einen kurzen Abstecher auf den North Head. Das ist ein ehemaliger Vulkan, der heute die Einfahrt in die große Bucht von Auckland markiert. Von dort oben hat man einen unglaublich schönen Blick auf die Skyline von Auckland.
Der perfekte Sonnenschein trägt seinen Teil dazu bei, dass es hier so schön ist, dass wir aus dem Bewundern und Bestaunen fast nicht herauskommen und uns richtiggehend losreißen müssen, um wieder nach unten zu fahren.

Es gibt eine Fähre, die im Halbstundentakt zwischen Devonport und Auckland pendelt und uns binnen 10 Minuten über den Hauraki Gulf in die Millionenstadt bringt. Toll, auf die Skyline von Auckland zuzufahren. Vom Wasser aus sieht alles immer gleich anders aus als von Land.

Wir schlendern durch die Stad und fühlen uns meistens so, als seien wir nicht in NZ, sondern irgendwo in Asien, z.B. in Hongkong oder Shanghai, denn hier bevölkern unheimlich viele Asiaten die Straßen; ich schätze, sie sind sogar in der Überzahl. Zwischen den modernen Wolkenkratzern sind manchmal ein paar alte Häuser eingepfercht. („Altes Haus“, das bedeutet in NZ, dass es z.B. 1920 gebaut wurde.)
Der Skytower, ein Aussichts- und Fernmeldeturm überragt mit seinen 328 Metern alle anderen Gebäude deutlich. Es ist ja auch der höchste Turm auf der gesamten Südhalbkugel. Er zieht uns irgendwie magisch an. Das Panorama von dort oben muss einfach umwerfend sein – besonders bei diesem tollen Wetter!

Und in der Tat, es ist umwerfend. Ein unheimlich schneller Aufzug bringt uns zunächst auf die Aussichtsplattform in 186 m Höhe und dann auf das Sky Deck in 220 m Höhe. Der Blick von dort oben reicht über die Stadt, Vorstädte, die Vulkane, auf denen Auckland gebaut ist, über die verschiedenen Buchten und den „Harbour“. Man sieht die vorgelagerten Inseln aber auch markante Bauwerke wie z.B. das War Museum (das wir 2012 besichtigt hatten) oder die Harbour Bridge. Wir schauen hinüber nach Devonport, wo wir gerade wohnen, und blicken zurück zum North Head, auf dem wir heute Vormittag noch standen und den Blick auf Auckland so bewundert hatten.
Der Skytower ist ein Erlebnis, das wir sicher so schnell nicht vergessen werden. (Die NZ$ 58 Eintritt haben sich auf jeden Fall gelohnt.) Für ein „paar“ Dollar mehr kann man übrigens auch einen Skywalk auf dem luftigen äußeren Gitterrost des Turmes, oder sogar einen Scyfall buchen.

Wieder „auf dem Boden angelangt“ gehen wir noch durch einen schönen Park, über den Campus der alten Uni und durch die Haupteinkaufsmeile zurück zum Fährterminal. Auch die Rückfahrt über die Bucht ist mehr, als nur von A nach B zu kommen. Wir genießen die kleine Bootstour und freuen uns auf ein Abendessen in Devonport.
Gleich auf der „Warf“ finden wir ein nettes Lokal und essen lecker zu Abend. Auf der Terrasse unserer Herberge schreibe ich unseren heutigen Bericht und Andrea holt den von gestern nach. Dabei steht eine Flasche Giesen Piniot Gris auf dem Tisch, es ist ein recht lauer Sommerabend, die Zikaden zirpen und wir lassen es uns gut gehen. Schade, dass morgen unser letzter Urlaubstag anbricht.

 

25.02.17 Durch den Kauriwald

 

Auckland/Devonport Nebel…das gibt’s doch gar nicht! Das meint auch Mike, zumindest nicht zu dieser Jahreszeit. Doch leider verschwindet fast die komplette Landschaft darin.
Wir nehmen unser letztes Frühstück im Longhouse ein (wie immer großartig und alles „handmade“), tauschen uns nebenbei noch mit den beiden anderen Paaren (Briten), die derzeit hier logieren, über unsere Aktivitäten in der Umgebung aus und dann heißt es Abschied nehmen von John und Mike und der wohl besten Unterkunft, die wir in den vier Wochen hatten. Heutiges Ziel und damit Endstation unseres Neuseelandaufenthalts ist Auckland. Wir fahren jedoch nicht den Statehighway 1 geradewegs nach Süden runter, sondern werden unsere Fahrt noch etwas „aufpeppen“, indem wir zunächst von der Eastcoast an die Westcoast wechseln. Für die Strecke von 85 km brauchen wir lediglich eine gute Stunde und freuen uns, dass sich der Nebel nach und nach lichtet und wir die Landschaft genießen können.
Der Blick auf Opononi an der Westcoast überrascht uns dann doch: der Ort liegt an einem engen Durchlass zum Meer, auf der Südseite Fels, auf der Nordseite eine riesige Düne (schade, die falsche Seite; wir können also das Sandsurfen nicht wiederholen).
Der Meereszugang bildet landeinwärts einen ca. 25 Km langen See, eigentlich könnte man fast von einem Fjord reden.
Natürlich lassen wir uns die Aussicht vom südlichen Head nicht entgehen, bevor wir unsere Fahrt nach Süden fortsetzen.
Als nächstes Etappenziel steht der Waipoua Forest auf dem Plan, einer der wenigen Kauriwälder, die es in Neuseeland noch gibt. Die ca. 40 Km bis dorthin sind eigentlich schnell zurückzulegen, doch weit gefehlt: in Waimamaku ist am Ortseingang eine Straßensperre aufgebaut und eine vollbusige Dame im Westernstyle Bardamenlook erklärt uns, dass heute Straßenfest (Thema Western; ach nee?!) im Ort sei und wir für die Durchfahrt um Wegezoll gebeten werden.

Natürlich entrichten wir diesen und fahren im Schritttempo durch eine Ansammlung von Cowboys, Sheriffs, leichten Mädchen usw. vorbei an einer Countryband und Ochs am Spieß. Cool!!! (Die Idee mit dem Wegezoll werde ich in Steinmauern für unser nächstes Straßenfest bei der Gemeindeverwaltung einreichen).
Kurz nachdem wir den Kauriwald erreicht haben, machen wir auch schon den ersten Stopp: wir wollen uns keinen Geringeren als Tane Mahuta, den Gott des Waldes, ansehen. Dies ist ein ca. 2000 Jahre alter Kauribaum, für die Maori ein Symbol von unschätzbarem Wert. Bevor wir Zugang zum Wald bekommen, müssen wir jedoch unsere Schuhe gründlich reinigen und desinfizieren. Der Verwunderung folgt schnell die Einsicht für die Notwendigkeit dieser Maßnahme: die Kauribäume sind bedroht von einem pilzartigen Krankheitserreger, der höchstwahrscheinlich durch verseuchte Landmaschinen eingeschleppt wurde. Und gegen die Seuche gibt es kein Mittel: einmal befallen, sterben die Bäume ab!
Es ist nur ein dreiminütiger Marsch durch den Urwald und dann stehen wir vor dem Gott des Waldes…und sind sprachlos! In Zahlen ausgedrückt sehen wir einen Baum mit einem Umfang von knapp 14 m, einem Durchmesser von 4,4 m, einer Höhe von 51,2 m und einem Stamm-Volumen von 244,8 m3! Aber was wir sehen, kann man nicht in Zahlen ausdrücken und auch nicht mit Bildern darstellen: dieser mächtige Baum zieht uns einfach in seinen Bann!

Nach diesem phantastischen Erlebnis setzen wir unsere Fahrt durch den Kauriwald fort und sind zugleich fasziniert und erfreut darüber, dass wir ein um den anderen Baumriesen auch von der Straße aus sehen. Unvorstellbar, dass ganz Neuseeland einst komplett mit Kauribäumen bewaldet war. Leider wurden sie einst Opfer der weißen Siedler.

Wir legen noch einen weiteren Stopp im Wald ein und wandern zuerst zu den „Four Sisters“, vier mächtigen Kauribäumen, die ganz nahe beieinander wachsen.
Danach führt uns der Bushwalk zu Te Matua Ngahere, dem Vater des Waldes. Dieser Kauribaum, der zweitgrößte bzw. voluminöseste, hat einen Umfang von über 16 m. Da seine Krone aber einst abbrach, beträgt seine Gesamthöhe nur 30 m. Dies tut seiner imposanten Erscheinung jedoch keinen Abbruch!

Weiter geht unsere Fahrt an der Westcoast und was liegt da näher, als einen Badestopp einzulegen. Wir wählen Baylys Beach dafür aus, weil er nur 8 km vom Statehighway 12 entfernt ist. Dieser Ort ist zugleich Zugang zum Ripiro Beach, dem längsten befahrbaren Strand Neuseelands (ca. 100km), denn in NZ dürfen Strände durchaus befahren werden und haben teilweise sogar Highway-Status.
Uns juckt es ja schon ein wenig, mit unserem Toyota Corolla auf den Strand zu brettern, aber die Vernunft siegt und wir begnügen uns mit der Zuschauerrolle und einem Sonnenbad (mittlerweile ist kein Wölkchen mehr am Himmel und wir haben 27 Grad). An ein Bad in der Tasmansee (Meeresabschnitt zwischen NZ und Australien) ist leider nicht zu denken, da viel zu gefährlich. Aber die Füße tauchen wir dann doch ein!

Wir folgen dem Statehighway 12, bis er nach in Brynderwyn auf die 1 mündet und stellen fest, dass wir zu ersten Mal in NZ durch eine Gegend gefahren sind, die absolut nicht der Rede wert ist!

Gegen 18:00 Uhr knurrt uns der Magen. Kein Wunder, denn wir haben seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Praktisch, dass wir gerade durch das sehr touristische Örtchen Orewa fahren und so kehren wir dort bei einem Griechen (!!!) ein. Erwähnenswert ist, dass wir nur wegen der Meidung der Mautstrecke auf dem Highway durch dieses Örtchen gekommen sind. Die Gebühr für diese kurze Strecke hätte 2,30$ betragen! Ein Witz, der uns sogleich an die lächerlichen deutschen Mautbemühungen erinnert. Da wir aber keine Ahnung, wie und wo wir die Gebühr entrichten sollen, fahren wir eine Nebenstrecke.

Als wir Devonport ankommen, dem Ortsteil, der Auckland City nördlich eines Meresarmes gegenüber liegt, ist es kurz vor 20:00 Uhr, also kurz vor Sonnenuntergang. Wir beschließen, nicht gleich zu unserer Unterkunft zu fahren, sondern einen Abstecher auf den Mt. Victoria zu unternehmen, einer von ca. 60 Vulkanen, auf dem Auckland errichtet ist, um den Sonnenuntergang von dort aus zu genießen. Was für ein Anblick und welch ein toller Empfang in dieser Stadt!

Der Empfang von Karen, unserer hießigen Vermieterin, ist genauso bemerkenswert: wir werden die nächsten drei Tage ihr Haus mitbewohnen, ein Wunderschönes altes Holzhaus, das so typisch ist für die Bebauung Devonports.

Nachdem wir uns in unserm gemütlichen Zimmer eingerichtet haben,mieten wir nochmal los für einen Spaziergang an der Waterfront, bestaunen die bunt beleuchtete Skyline von Auckland und nehmen noch ein Bierchen im „Patriot“ ein.

 

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24.02.17. Nothing beats a bushwalk

 

Paihia Nach einem weiteren tollen Frühstück – John gibt sich immer richtig viel Mühe und macht das einfach super – entscheiden wir, dass wir heute eine Wanderung machen wollen. Und zwar eine ausgedehnte Wanderung.

Zuvor fahren wir aber schnell die Haruru Falls an, Wasserfälle, die gerade mal einen guten Kilometer von unserem Haus entfernt liegen. Wie wir es uns bereits gedacht haben: der Wasserfall ist nicht gerade der „Kracher“, wobei er bei einem höheren Wasserstand sicherlich mehr her macht.

Auf geht’s zur Wanderung! Direkt am Strand in Pahia startet der Trail nach Opua. Er führt zunächst an der Küste entlang über mit Muscheln bewachsenen Felsen, dann über Sandstrand. Das Meer ist heute absolut flach in der Bucht. Wellengang wie am Goldkanal 😀.
Es ist noch nicht sehr warm (20 Grad vielleicht) und ein Sonnne-Wolken-Mix. Wir kommen gut voran und erfreuen uns an dem schönen Weg mit wunderbaren Blicken über die Bay of Islands.
Nach einiger Zeit führt der Weg ein paar Höhenmeter oberhalb der Wasserlinie an den Felsen entlang. Er ist ohne größere Anstrengungen zu begehen.
Als wir das Mündungsgebiet eines Flusses überschreiten, ändert sich die Vegetation komplett. Niedrige Laubbäume stehen in einer dicken Schicht aus Schlick. Wenn hier der Weg nicht über Stege führen würde, dann wäre unsere Wanderung hier definitiv zuende, denn durch den Schmodder könnte man nicht gehen.
Es dauert etwa zwei Stunden, bis wir den kleinen Ort Opua erreichen, in dem u. A. die Autofähre nach Russel ablegt. Hier machen wir eine kleine Rast, teilen uns ein Fläschchen Bier und ein Schinken-Käse-Croissant, bevor der nächste Abschnitt der Wanderung beginnt.
Bergauf führt eine Straße, an der wir nun entlang gehen. Nach einiger Zeit wird sie zur Gravel Road und zieht in unzähligen Kurven ihren Weg durch den Busch, ohne dass uns ein Auto zu Gesicht kommt.

100km/h! auf so einer „Straße“?

Irgendwann sollte es mal rechts abgehen. Der Wanderweg „Oromahoe Traverse“ müsste nämlich demnächst abzweigen. Tut er aber nicht. Nach einer Stunde denken wir ans Umkehren, geben uns dann aber doch noch ein paar Minuten, was sehr gut ist, denn nach ein paar weiteren Schritten sichten wir das Schild vom DOC (Department of Conservation), das den besagten Weg weist. Es steht angeschrieben, dass weitere 2,5 h Weg vor uns liegen. OK, damit haben wir gerechnet.
Dieser Weg ist klasse! Er führt auf einem Bergkamm entlang durch dichten, subtropischen Wald. Außer den allgegenwärtigen Zikaden hören wir zahlreiche Vogelstimmen, bekommen außer Fantails und einem Tui aber kaum einen Vogel zu sehen.

Fantail, extrem schwierig zu fotografieren, weil dieser Vogel keine Sekunde still sitzt (Der aufgefächerte Schwanz gibt dem Vogel seinen Namen)

Es geht permanent bergauf oder bergab. Nie ist es eben, aber nie dauert ein Auf- oder Abstieg länger als ein, zwei Minuten. So macht Wandern Spaß. Wenngleich es mit der Zeit dann doch recht anstrengend wird, zumal das Thermometer stetig steigt.
Bevor es vom Bergkamm hinunter nach Paihia geht, lockt uns ein Wegweiser noch ein paar Extra-Meter draufzusatteln, denn er weist den Weg zu einem Lookout. Also steigen wir wieder 10 Minuten bergauf zum Aussichtspunkt und werden mit einem wunderschönen Panorama über die Bucht hinüber nach Russel und in die andere Richtung nach Opua belohnt.

Blick auf Paihia…

…Russel…

…und Opua

Nach unserem Rundflug über die Bucht und der Bootstour auf der Bucht nun auch noch die Bay of Islands auf dem Landwege. Das macht die Sache rund!
In einer weiteren halben Stunde geht es hinab auf perfekt ausgebautem Wanderweg nach Paihia. Und wieder ändert sich die Vegetation, als wir ein Flusstal erreichen. Hier gibt es nun viele Baumfarne, Bromelien in den Astgabeln hoher Bäume und zahlreiche Pflanzen, deren Namen wir nicht kennen.
Unten im Ort angekommen spricht uns eine nach dem Aussehen 80-jährige Wandrerin an, welchen Weg wir denn gegangen sind. Wir sagen es ihr und sie kommentiert das kurz und endet mit den Worten: „nothing beats a bushwalk!“ Wie recht sie doch hat!

Nach unsrer „5-Stunden-netto-Wanderung“ legen wir uns noch ein paar Minuten an den Strand. Ich tauche kurz in den Pazifik ein.
Jetzt duschen wir noch, ich schreibe den Blogbeitrag auf der Holzterrasse des Longhouse (unser B&B) und dann wollen wir noch im „Only Seafood“ zu Abend essen gehen.

 

23.02.17 Russel und Delfine


Paihia
   Heute steht der Besuch des Städtchens Russel und Schwimmen mit Delfinen auf dem Programm. Nach einem tollen Frühstück, das bis zum Abendessen vorhält, fahren wir mit der „fast ferry“ in 5 Minuten hinüber zum schmucken Örtchen Russel. Dass dieser verschlafene und idyllische Ort mit 800 Einwohnern einst die Hauptstadt Neuseelands war, ahnt man nicht, wenn man durch seine 3…4 Sträßchen flaniert.
Aber man bekommt hier die älteste noch erhaltene Kirche des Landes und den ältesten Friedhof zu sehen und einige Häuser im viktorianischen Stil.
Wir genießen die ruhige Gangart, die hier allenthalben zu spüren ist und setzen uns nach unserem Rundgang auf eine Parkbank am Strand und lesen in unseren e-Büchern bis uns das Boot zur Delfintour abholt.

Kurze Sicherheitseinweisung an Bord und eine Erklärung, wie die Tour funktioniert und unser Jetboot legt los. Schon nach wenigen Minuten tauchen einige der unverkennbaren Delfinflossen vor uns auf. Wir kommen den Tieren näher und erkennen, dass es sich um eine größere Gruppe handelt. Ich schätze es sind ca. 20 Delfine, die damit beschäftigt sind, Fische zu jagen. Dabei bewegen sie sich Kreuz und quer hin und her und unser Boot folgt ihnen dabei. Mitunter kommen die Delfine ganz nahe zu uns heran, auf Armlänge, und wir können sie gut beobachten.
Sie springen das eine ums andere mal in kleinem Bogen kurz über die Wasseroberfläche hinaus. Der Eine oder andere lässt sich auch zu einem ausgelassenen hohen Sprung mit Salto hinreißen, bei dem er hoch übers Wasser hinaus kommt und dann senkrecht wieder eintaucht. Welch faszinierendes Schauspiel.
Einen Nachteil hat diese Delfingruppe jedoch: es sind Babies und sehr kleine Jungtiere dabei und das verbietet es uns, selbst ins Wasser zu steigen und mit ihnen zu schwimmen. Schade😩

Jungtier mit Mutter

Nach ca. einer Dreiviertelstunde gibt der Kapitän wieder Gas und fährt weiter, um nach anderen Delfinen Ausschau zu halten. Wir fahren nun in deutlich welligeres Wasser aber weit und breit Kabine Rückenflosse zu sehen.
Dann nähern wir uns der Küstenlinie der Bay Of Islands. Was wir vorgestern aus der Luft sehen konnten, sehen wir nun vom Wasser aus: Felsenküste, Inseln, Halbinseln, Wäldchen und freistehende alte Bäume, Buchten mit goldgelbem Sand und das Türkis und das Ultramarin des Pazifiks. Tolle Ausblicke eröffnen sich uns.

Es kommt heute zu keiner weiteren Sichtung von Delfinen, aber wir können noch Basstölpel beim Jagen beobachten. Sehr eindrucksvoll rasen Sie aus großer Höhe im Sturzflug senkrecht ins Wasser und tauchen tief ein, um Fische zu fangen. Zwar kein Schwimmen mit Delfinen, aber dennoch eine beeindruckendes Naturschauspiel.

Nach vier Stunden legen wir wieder in Paihia an, holen uns das Geld für das entgangene „swimming with the dolphins“ zurück, spazieren noch etwas in Paihia herum, um uns einige Restaurant anzuschauen und landen nochmal beim Inder.

22.02.17 Relaxen in der Bay of Islands


Paihia
Heute ist Relaxen angesagt, einfach mal gar nichts tun. Nach einem super Frühstück (John bitet u. A. ein homemade Müsli an und lässt uns jeden Morgen aus einer Vielzahl an fully cooked Varianten wählen) brechen wir nach Kerikeri auf.
Der Ort präsentiert sich uns als eine gepflegte Variante einer neuseeländischen Kleinstadt mit herausgeputzter Einkaufsmeile. Durch diese schlendern wir kurz, schauen in ein paar Läden und fahren dann Richtung nördlichem Ortsausgang. Denn hier gibt es etwas Besonderes zu bestaunen: das Kerikeri Mission House, erbaut 1822, ist das älteste, erhaltene Gebäude Neuseelands. Direkt daneben steht das älteste Steingebäude Neuseelands, der Stonestore.
Fast schon normal für uns: beide Gebäude nebst einem gemütlichen Café sind in eine liebevoll angelegte, kleine Parklandschaft am Ufer des Kerikeri-River eingebettet. Zu diesem Idyll passend bahnen sich auch endlich die ersten Sonnenstrahlen durch die lichte Bewölkung ihren Weg.
Wir sitzen eine Weile nur da, lassen die Szenerie auf uns wirken und statten dem Laden im Erdgeschoss des Stonestore einen kurzen Besuch ab. In diesem Laden scheint die Zeit seit dem frühen 19. Jahrhundert stehen geblieben zu sein, denn sowohl die Einrichtung, als auch die Waren sind aus dieser Zeit, bzw. scheinen es zu sein. Selbst die Angestellten sind zeitgemäß gekleidet.
Nach diesem Trip in die Vergangenheit Neuseelands fahren wir weiter nach Norden zur Matauri Bay, einer Empfehlung unserer Gastgeber. Und sie haben uns nicht zu viel versprochen: von einer Anhöhe aus schauen wir auf einen wunderschönen Strand hinunter, eingebettet zwischen Felsen.
Die nächsten vier Stunden gehört der ein Kilometer lange Strand fast ganz allein uns (ca. 10 weitere Personen sind zu sehen) und wir verbringen die Zeit mit Baden, Sonnen, Lesen. In der Zwischenzeit ist fast kein einziges Wölkchen mehr am Himmel zu sehen und wir müssen uns trotz Sonnencreme unsere Shirts überziehen, um uns nicht wieder einen Sonnenbrand einzuhandeln.
Gegen 16:00 Uhr machen wir uns auf den Heimweg, denn wir haben bei John ein Abendessen gebucht. Nach einer erfrischenden Dusche genießen wir mit ihm und Mike einen gemütlichen Abend auf dem Sonnendeck.

21.02.17 Danke Wettergott!!

 

Paihia Wenn man einen „scenic flight“ bucht, dann will man eine schöne Landschaft möglichst bei Sonnenschein von oben sehen. Gestern haben wir einen solchen Rundflug gebucht, wissend, dass wir mit wechselhaftem Wetter rechnen müssen.

Morgens machen wir uns nach einem leckeren, liebevoll hergerichteten Frühstück auf nach Witangi. Hier ist die für die neuseeländische Geschichte die vielleicht wichtigste Gedenkstätte zu besichtigen, denn an diesem Ort wurde 1840 der staatsgründende Vertrag zwischen der Britischen  Krone und den Maori geschlossen, der NZ zu einer britischen Kolonie machte. Nicht nur ein geschichtsträchtiger, sondern auch ein sehr schöner, ruhiger Flecken Erde mit schöner parkähnlicher Landschaft und mit einem naturbelassenen Buschland.
Wir erleben eine „cultural show“, also eine Vorstellung  von Maori Riten, Gesängen, dem legendären Haka und anderen Darbietungen von Maorikultur. Wir besichtigen das Gebäude in dem der Vertrag unterzeichnet wurde und der Besuch des modernen, toll aufgemachten Museums rundet das Geschichts-Erlebnis ab. Es ist sonnig und 27 Grad warm.

Um 12:30 Uhr fährt uns ein Kleinbus zum Mini-Flugplatz nach Kerikeri, wo wir mit einer 8-sitzigen Propellermaschine abheben und entlang der Westküste nach Norden fliegen, Richtung Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands.
Fantastisch, diesen Landstrich aus der Vogelperspektive zu sehen. Man bekommt einen völlig anderen Eindruck als vom Boden aus. Wir sind völlig begeistert von dem, was wir zu sehen bekommen. Unser junger Pilot – er sieht aus, als sei er gerade erst aus der Schule entlassen worden – fliegt uns souverän mit der winzigen Maschine durch die doch etwas turbulente Luft – es ist etwas „bumpy“, meint er.

Ninety Miles Beach

Aber was machen die dunkelgrauen Wolken, die die Sonne verdrängen, am Himmel? Die haben wir nicht bestellt. Nach 40 Minuten landen wir auf einem Gras-Rollfeld in Waitiki, 21km vor dem Cape Reinga und treffen wir unsere Tourguide, eine Maori, die uns mit einem Kleinbus ans Cap fährt und nebenbei einige interessante Dinge über die Region berichtet. Die Sonne scheint, aber fette Wolken ziehen bedrohlich heran. Wir bestaunen das Aufeinandertreffen der beiden Ozeane Tasman Sea und Pazifik, sehen den Leuchtturm am Kap und den Baum über den die Seelen der verstorbenen Maori nach Hawaiiki übersiedeln. Es ist einfach ein magischer Ort!

Es regnet ein wenig und es ist gar kein schönes Wetter mehr in Sicht. So ein Ärger! Da wird der Rückflug über die Bay of Islands ein Fiasko werden. Weit gefehlt! Denn nach dem etwas verregneten Kaffeetrinken an einem der nahegelegenen Strände geht es zu 150 Meter hohen Sanddüneon von Te Paki, wo wir mit einem Art Surfboard die Düne herunterrutschen. Welch eine Gaudi! Und das Wetter ist schon wieder schön.

Der Rückflug (1h) über die Westküste mit ihren unzähligen Buchten und vorgelagerten Inseln offenbart wunderschöne Anblicke, die man sich vom Boden aus gar nicht ausmalen kann. Türkisblaues Wasser, Felsenküste im Streiflicht, menschenleere Strände, weiße Dünen aus Quarzsand, Wälder, Kiwiplantagen und vieles mehr lassen uns aus dem Staunen kaum noch herauskommen. Als wir landen sind wir überglücklich und können es kaum glauben, was für ein  Glück (nicht nur mit dem Wetter) wir hatten.

Zurück in Paihia, schließen  wir den Trip mit einem Abendessen in einem Restaurant auf dem Landungssteg ab. Die Abendsonne vergoldet uns die Mahlzeit und wir sind noch leicht benommen von den wundervollen Eindrücken dieses Tages.

WIe viel Wahrheit doch in diesem in Neuseeland  üblichen Spruch steckt: „Dir gefällt das Wetter nicht? Warte 10 Minuten und schau dann einfach nochmal raus ..“ (oder so ähnlich).

20.02.17 Paihia

 

Von Leigh nach Paihia

Nachdem die Fotos vom gestrigen Schnorcheln für Andrea enttäuschend waren und weil jetzt die Morgensonne ungehindert von einem durchgehend blauen Himmel scheint, verabschieden wir uns mit einem kurzen Smalltalk und beginnen  den Tag mit einem weiteren kurzen Schnorcheln im Marine Reserve bei Goat Island. Andrea versucht also nochmal ihr Glück, ich bleibe am Ufer sitzen und lese in meinem Buch „Was scheren mich die Schafe“.

Da jetzt bei Ebbe nicht so viele Fische anzutreffen sind und da die Sonne noch nicht hoch genug steht um das Wasser gut auszuleuchten, bleibt es bei einem eher kurzen Tauchgang.

Unsere Vermieterin, Jenny, gibt uns den Rat, nicht über den State Highway nach Norden zu fahren, sondern über kleine, zum Teil nicht asphaltierte  Sträßchen in Küstennähe. Das war ein guter Tipp! Die Landschaft macht richtig was her
und es gibt immer wieder mal eine tolle Aussicht auf die Strände. Aber das Highlight dieser Strecke erreichen wir um die Mittagszeit: den Langs Beach, einen Traumstrand, wenn ich diesen überstrapazierten Begriff verwenden darf. Dort machen wir ein Mini-Picknick und nehmen ein Sonnenbad im Halbschatten eines uralten knorrigen Baumes, der direkt am Strand steht. Sehr entspannend und erholsam!

Auf der weiteren Route nach Paihia, unserem vorletzten Etappenziel, liegt Whangarai. Die Gegend um sein sog. Town Basin ist ganz nett, was uns zu einem kurzen „die  Beine vertreten“ einlädt. Leider ziehen fette graue Wolken auf.

Unsere Unterkunft Longhouse B&B begeistert uns sofort nachdem wir dort ankommen. Das geräumige Zimmer ist sehr gut eingerichtet und verfügt über ein Holzdeck zum Draußensitzen. Die beiden Vermieter Mike und John sind sehr nett. Johns ausführliche Erläuterungen umfassen auch wertvolle Tipps fürs Abendessen.

Wir essen heute indisch bei Green’s. Sehr lecker und für neuseeländische Verhältnisse extrem preiswert. Vorher buchen wir aber eine Rundflug zum Cape Reinga für morgen Nachmittag. Wir sind schon ganz gespannt darauf und hoffen auf gutes Flugwetter, denn für die kommenden Tage ist mehr oder weniger wechselhaftes Wetter vorhergesagt.

19.02.17 Wasser von allen Seiten


Leigh
Auf Anraten unserer Gastgeberin  stehen wir heute recht früh (7:00 Uhr) auf, um schnell nach Leigh aufbrechen zu können. Denn da Sonntag ist, steht zu befürchten, dass sich auch viele Aucklander  zu dem schönen Badeort und Schnorchel Paradies aufmachen werden.
Aber wird das heute überhaupt was mit dem Schnorcheln? Der Himmel ist mit grauen Wolken verhangen, aus denen es zuweilen nieselt.
Als wir Auckland passieren, scheinen sogar ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und wir schöpfen Hoffnung, dass das Wetter weiter nördlich noch besser sein wird.
Ich bin erleichtert, als wir die Großstadt hinter uns lassen (Linksverkehr sind wir ja nun ausreichend gewohnt, aber das Ganze 4- bis 5-spurig mit zig Ein- und Ausfahrten…relaxt ist anders!)
Leider geht unsere Rechnung mit dem Wetter nicht auf: es fängt an zu regnen, wird stärker bis hin zu wolkenbruchartigen Regengüssen, so dass ich zweimal Parkbuchten anfahre, weil die Scheibenwischer der Wassermassen nicht mehr Herr werden.
Doch irgendwann lässt der Regen nach, hört sogar ganz auf und wir sichten das ein oder andere Stück blauen Himmel.
Um 13:30 Uhr erreichen wir Leigh. Da wir erst ab 15:00 Uhr in unserem neuen Domizil einchecken können, fahren wir gleich weiter zum Strand von Goat Island. Und der sieht wirklich klasse aus: vorgelagert ist eine Insel (besagte Goat Island), der Sandstrand ist teils von alten Bäumen beschattet, teils führen flache Gesteinsplatten fast wie Treppenstufen ins klare Wasser. Wir leihen uns zwei Schnorchel-Ausrüstungen für vier Stunden und auf geht’s ins nasse Vergnügen.

so schön sonnig war es leider erst gegen Abend

Das Gebiet um Goat Island ist seit vierzig Jahren Marine Reserve, d.h. seither ist hier Fischen verboten und entsprechend vielfältig ist die Meeresfauna direkt in Ufernähe. Und man soll hier sogar Rochen sehen können.
Wir sind sehr gespannt, aber da der Himmel nicht wolkenfrei ist, und damit die Sicht unter Wasser eingeschränkt sein wird, halten wir uns mit unseren Erwartungen zurück. Doch nach und nach erspähen wir unterschiedliche Fischarten, die uns teilweise sogar neugierig (?) verfolgen. Richtig aufregend wird es, als Wolfgang den ersten Rochen sichtet. Dieser macht sich aber leider zügig aus dem Staub (im wahrsten Sinne, denn meist liegen diese Knorpelfische gut getarnt am Meeresgrund im Sand eingegraben).
Im Laufe des Nachmittags sichten wir noch drei weitere Rochen und ca. acht weitere Fischarten. Ich bin leider nur mit einer einfachen Unterwasserkamera ausgestattet, sodass ich kaum verwertbares „Material“ von unserem Schnorchel Erlebnis habe (die Lichtverhältnisse waren einfach zu schlecht). Aber beeindruckend war es für uns auf jeden Fall.

Gegen 17:00 Uhr checken wir in unserer neuen Unterkunft ein, einfach, aber vollkommen ausreichend. Nach dem Duschen gehen wir zu Fuß zur „Sawmill“ (Sägemühle), einem urig eingerichteten Lokal mit tollem Garten, denn nach diesem Tag, der morgens so trist begann und sich so unerwartet toll entwickelt hat, haben wir einen „Mordskohldampf“!
(Sawmill: absolut empfehlenswert!!!)